Catwalk Schiffbauergasser

von Johanna Vogtländer

Annett Ullrich

Modestadt Potsdam. Wer hinter diese Aussage ein Fragezeichen setzte, wurde Ende Januar von der Premiere des Events „POTSDAM NOW:“ eines Besseren belehrt. Erstmals erhielt die Landeshauptstadt ein eigenständiges Format der zeitgleich stattfindenden Berlin Fashion Week. Im Erlebnisquartier Schiffbauergasse zeigten zwölf Designer – darunter zwei Potsdamer – an drei Tagen ihre Kreationen mit allem, was zwischen Catwalk, Models und Blitzlichtgewitter dazugehört. 1.500 Zuschauer kamen, sahen und begeisterten sich für Kleidung zwischen Businesschic und dem ganz großen Auftritt.

Ein Wagnis? „Wohl kaum. POTSDAM NOW: wird ein hochwertiger, exklusiver Standort der Berlin Fashion Week und wird mit frischen spannenden Features neue Zielgruppen an den Laufsteg locken“, erklärte schon vor Beginn der Erfinder und Initiator des Potsdamer Modeevents Dr. Karl-Rainer von der Ahé. Der Modefachmann mit professioneller PR-Erfahrung brachte schon den Kaiserbädern auf Usedom mit neuen Events alten Modeglamour zurück. Am ersten Potsdamer Abend traf Politik auf Mode, denn Israels Botschafter in Deutschland Yakov Hadas-Handelsman eröffnete gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jacobs POTSDAM NOW: – Auftakt der Feierlichkeiten zu 50 Jahren diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Vier israelische Designer zeigten anschließend ihre Kollektionen auf dem Catwalk in der Schinkelhalle, deren historisches Gebälk eine stimmige Kulisse für Mode bot. Partnerland Israel schickte neben namhaften Labels wie Yaniv Persi und Efrat Kalig auch seine junge Avantgarde auf den Laufsteg. Den Auftakt machte die Jung-Designerin Shani Zimmerman, deren Kreationen die unterschiedlichen Kulturen ihres Heimatlandes widerspiegeln. Den Ladys im Publikum gefiel’s wohl auch deshalb besonders, weil die junge Israelitin eine sehr tragbare Mode entwirft. Das ist auch Merkmal von Stefanel. Die italienische Marke brachte am Tag zwei Potsdamer Farben auf den Laufsteg, denn die hochwertige Mode – mit viel Strick – gibt es im Shop von Modefachfrau Franziska Hucke in der Friedrich-Ebert-Straße. Noch mehr Potsdam zeigten am letzten Tag die beiden Designer Marco Marcu und Christin Lau. „Es sind meine Kinder“, berichtet Marco Marcu lachend nach der Show, „denn ich nähe alles selbst. Jedes Abend- und Brautkleid, Kostüm und Accessoire ist ein handgefertigtes Unikat.“ Für die Verbindung von Kreativität und höchster Schneiderkunst gab’s viel Beifall. Seit gut einem Jahr lebt Marco Marcu in Potsdam mit eigenem Atelier und Shop im Holländischen Viertel. Die „überschaubare Stadt mit den schönen Plätzen, Gärten und Schlössern inspiriert mich sehr.“ Hohe Schneiderkunst auch bei der Potsdamerin Christin Lau, die ihre Business-Mode auf den Laufsteg schickte. Viel Schwarz/Weiß in einer klaren Schnittführung und hochwertige Materialien. Bodenständig auch zwei Brandenburger Partner des Mode-Events: Mineralwasser aus der Rheinsberger Preußenquelle und die EveLina-Äpfel aus Wesendahl. Die drei Evas in ihren zauberhaften Airbrush-Kostümen stahlen auch schon mal den Models die Show. Zufrieden zeigte sich nach den drei Mode-Tagen Veranstalter Dr. Karl-Rainer von der Ahé: „Potsdam passt gut zum Thema Mode und ich freue mich, dass es von den Zuschauern, den Modefachleuten, den Designern und den Medien viel positive Resonanz gab.“ Doch nach POTSDAM NOW: ist vor POTSDAM NOW: – schließlich wechselt Mode im verlässlichen Rhythmus der Jahreszeiten. Vom 7. bis zum 9. Juli geht das glamouröse Event in eine neue Runde – wir freuen uns darauf!

www.potsdam-now.com

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