Voller Action und Engagement: Handball in Potsdam

von Clara Lichtenberg

Foto: VfL Potsdam

Auch wenn das erfolgreiche Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar der Begeisterung für den Handballsport von Flensburg bis München einen weiteren enormen Schub verpasst hat: Potsdam ist von jeher eine Handball-Hochburg. Mit Alexander Haase war sogar ein Potsdamer in Katar vor Ort: Der sportliche Leiter des 1. VfL Potsdam ist Co-Trainer von Bundestrainer Dagur Sigurdsson. In diesem Jahr feiert der erfolgreichste Handballverein Brandenburgs mit dem Adler auf der Brust 25. Geburtstag und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft.

Ganz oben auf der Geburtstags-Wunschliste steht dabei der Kampf m den (Wieder)-Aufstieg der Männermannschaft in die 2. Bundesliga. „Wünschen allein hilft da nicht“, weiß VfL-Geschäftsstellenleiter Christian Barth. „Da steht hartes Training, viel Einsatz und manchmal auch eine Portion Glück dahinter.“ Bis zu sieben Mal wöchentlich trainieren die Handballmänner, hinzukommen die Spiele an den Wochenenden. Dabei sind die Aktiven alle berufstätig, arbeiten im Handwerk und in der Verwaltung, sind Physiotherapeuten, Lehrer oder Studenten. Viele kennen sich seit „ewigen Zeiten“, was in diesem Alter heißt: seit gemeinsamen ersten Torwürfen in der Trainingshalle. „Ohne Breite keine Spitze“, weiß Christian Barth. Deshalb beginnt die Nachwuchsgewinnung des VfL schon im Alter von drei bis vier Jahren. Die „Adlerküken“ lernen spielerisch und freudebetont den Umgang mit dem Ball. Systematisch baut sich die Nachwuchsarbeit auf. Die A-Jugend des VfL hat den Sprung in die Bundesliga geschafft, was alle Fans des Vereins hoffnungsvoll in die Zukunft schauen lässt. So manches Talent reifte in Potsdam heran. Dazu gehören die aktuellen Nationalspieler Fabian Wiede und Fabian Böhm sowie Oliver Milde, der schon bei den Füchsen Berlin in der 1. Handball- Bundesliga spielte. Zum Berliner Erstligisten gibt es enge Beziehungen, Ausnahmesportler gehen in die erste Liga, andere finden im Potsdamer Team ihre sportliche Heimat auf Zeit. Talentierte junge Sportler aus dem ganzen Land Brandenburg kommen bereits im Schulalter nach Potsdam, die Sportschule und das Internat schaffen dafür beste Bedingungen. „Natürlich profitieren wir von den tollen Trainingsstätten und den insgesamt sehr guten Voraussetzungen auf dem Gelände des Luftschiffhafens“, so Christian Barth. Anfang Dezember wurde die gute Nachwuchsarbeit des VfL gewürdigt: Der Deutsche Handballbund (DHB) berief die Potsdamer zum DHB-Stützpunkt. Potsdam ist damit der erste DHB-Stützpunkt für den männlichen Nachwuchs im Land Brandenburg. In Reichweite zum Sportpark ist die Geschäftsstelle des VfL Potsdam im Kongresshotel zu finden. Bei der Organisation des VfL-Alltags zwischen Spielbetrieb, Verwaltungsarbeit, Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit ist angesichts schlanker Verwaltungsstrukturen viel Kondition gefragt. „Viele Aufgaben im Verein wären ohne unsere engagierten Ehrenamtler überhaupt nicht zu stemmen“, lobt Christian Barth. 35 Trainer, Übungsleiter, Schiedsrichter, Kampfgerichte und Spieltags-Helfer machen einen funktionierenden Spielbetrieb überhaupt erst möglich. Ehrenamtler sind es auch, die in jedem Sommer mit 60 bis 70 kleinen Handballern ins Ferienlager fahren. Manch einer nimmt dafür extra Urlaub. „Faires Verhalten, eine extra gesunde Lebensweise, Anerkennung von Leistungen, das Verarbeiten von Niederlagen und Teamgeist – all das leben wir im Verein vor.“ An den Wochenenden bestimmen die Spiele im Kirchsteigfeld und in der MBS Arena das Vereinsleben. Das wird auch am 1. Mai wieder der Fall sein, wenn der VfL im Rahmen des letzten Heimspiels der Saison sein 25-jähriges Vereinsjubiläum mit einem großen Spiel- und Sportfest im Luftschiffhafen feiert. Anlässlich dieses Festes wird sicher das große Ziel 2. Bundesliga wieder fest im Blick sein. Und manchmal hilft Wünschen ja doch ein bisschen!

www.vfl-potsdam.de

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