Brandenburger Kopf…

von Johanna Vogtländer

Foto: Kathleen Friedrich
Foto: Kathleen Friedrich

… wir trafen einen:

Klaus-Peter Beyer, Gründer und Intendant des Deutschen Filmorchesters Babelsberg

Sie sind Popstars, Klassikhelden, Opernheroen, Geschichtenerzähler, Filmgrößen sowieso – kein anderes Orchester ist hierzulande (Kenner meinen gar europaweit) so erstklassig-vielseitig wie das Filmorchester Babelsberg. „Diener vieler Herren“ nannte es Intendant und Gründer Klaus-Peter Beyer einmal. Der Musiker hatte 1993 die Vision und den festen Willeneine legendäre Babelsberger Tradition nicht einfach der Auflösung zu überlassen, schließlich reichten die Wurzeln des DEFA-Sinfonieorchesters bis ins Jahr 1918, als die UFA-Studios in Babelsberg das erste Filmorchester gründeten. So vereinte Klaus-Peter Beyer, was bis dahin nicht zusammengehörte, das DEFA-Sinfonieorchester und das Radio Berlin Tanzorchester, zum Deutschen Filmorchester Babelsberg und übernahm die Verantwortung für das musikalische Selfmade-Unternehmen. Deutschlands einziges Filmorchester hatte gerade in den Anfangsjahren viele dramatische Situationen zu überwinden, oft genug musste die Leidenschaft für Musik das Arbeiten am Existenzminimum überspielen. Klaus-Peter Beyer hat „nicht nur das Überleben dieses einmaligen Orchesters gesichert, sondern es über die Jahrzehnte zu einem erfolgreichen Kulturbotschafter Deutschlands geformt“, resümierte Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck in seiner Laudatio für den Orchester-Intendanten beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Potsdam. „Zu viel Ehre für mich“, meinte Klaus-Peter Beyer mit einem eher verlegenen Lächeln, „die Anerkennung gebührt dem Orchester.“ Diese Wertschätzung für „seine Musiker“ offenbart sein Arbeitszimmer auf den ersten Blick: Hier hängen Fotos jedes einzelnen Musikers. Die Kunst jedes der über 50 Individualisten bringt die Meisterschaft des Klangkörpers. Längst ist die Geschichte des Filmorchesters Babelsberg eine Erfolgsstory. Es spielte weit über 500 Filmmusikproduktionen ein, wurde zwischen Hollywood und Bollywood gefeiert und begleitete Stars wie Celine Dion, Bryan Adams, Rammstein, Silbermond, Keimzeit, José Carreras und Udo Lindenberg in den einmaligen Crossover-Programmen. Dazu sinfonische und Film-Live-Konzerte, Opernprojekte und die jährliche José Carreras Gala, die Elblandfestspiele in Wittenberge … „Vieles davon trägt die Handschrift von Klaus-Peter Beyer“, so Matthias Platzeck bei seiner Laudatio. „Er ist im Umgang nicht selten anstrengend, oft ungewöhnlich, immer verlässlich und am Ende über viele Jahre für die Kultur unseres Landes ein Segen.“

www.filmorchester.de

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