Die Botschafterin

Foto: Angela Liebich Fotografie Leipzig

Von ideenreich und bodenständig bis hin zu meisterlich oder gar himmlisch – Gäste, die bei Ulrike Laun essen, landen gern mal im 7. Himmel des guten Geschmacks. nun hat die Chefin des idyllischen Hofes in Körzin mitten im Naturpark Nuthe-Nieplitz noch ein neues Amt: Sie ist Botschafterin!

An diesem heiteren Frühsommertag duftet es in Körzin nach blühendem Holunder. „Gibt’s ein Gericht mit Blüten auf der Karte?“, ist dann auch eine der ersten augenzwinkernden Fragen an die sympathische Fränkin. „Ja, als Dessert gibt es in dieser Woche Hollerküchle mit Vanillesauce, Erdbeersorbet und Erdbeeren“, antwortet Ulrike Laun prompt. Und schon sind wir mitten im Gespräch über Jahreszeiten, Produkte, Lieferwege über den Gartenzaun, Lebens-Mittel, Ernährung, Rezepte, Verantwortung, Respekt, Genuss. Vor zehn Jahren öffnete die gerade frisch gebackene Unternehmerin die Landlust Körzin – einen gerade mal 11 Quadratmeter kleinen Hofladen im alten Dorfkonsum. Sie brachte die Liebe zum Kochen, zur Natur, jede Menge Ideen und eine Riesenportion Energie mit. Waren es die Produkte von kleinen Erzeugern, gewachsen ohne chemische Keulen im Einklang mit der Natur? War es eine Küche, in der es konsequent nur Handgemachtes gab? Waren es Gerichte, die mutig Aromen in einen neuartigen Kontext stellten? War es die idyllische Lage? Oder die ansteckende herzliche Gastfreundschaft der Launs? Vermutlich trug all das dazu bei, dass die Landlust Körzin zu einer Art Stadtflucht-Geheimtipp wurde. „Die Berliner haben besonders am Wochenende ein Kolumbus-Gen in sich und die Entdeckung von Körzin sprach sich rum. Jedenfalls kannten uns die Hauptstädter eher als die Beelitzer“, erinnert sich Ulrike Laun. Die Landlust wuchs, fand ein neues altes Gemäuer, bekam ein Restaurant und zwei Ferienwohnungen."

Heute betreiben Ulrike und Stefan Laun den idyllischen Landhof gemeinsam, Anziehungspunkt für Menschen mit gutem Geschmack. Und die kommen gern wieder, denn die kleine, feine Karte wechselt wöchentlich. Serviert wird, was die Natur offeriert und die Sonne reifen ließ. Oft inspiriert der eigene Garten die Küchenchefin zu neuen Gerichten. „Da sehe ich, der Salbei steht gut, und ich überlege mir ein Rezept.“ Wenn sie Menüs kreiert, vergleicht Köchin Laun das mit Komponisten, die Melodien im Kopf haben. „Ich muss es dann nur noch aufschreiben.“ Dissonanzen? „Nein, Gegensätze ergeben oft eine wunderbare, unerwartete Harmonie“, antwortet sie lebensweise. Die Speisekarten der zehn Jahre hat Ulrike Laun abgeheftet. „Als ich neulich darin blätterte, stellte ich fest, dass sich kein Gericht doppelt“, erzählt sie lächelnd. Die schönsten Plätze des Restaurants mit der stilvollen und gepflegten ländlichen Eleganz sind auf der Terrasse. Hier erdet sich Genuss und es öffnet sich der Blick über die Weite der Wiesen. „Von da kommen Kartoffeln, Blaubeeren und Kräuter,“ Ulrike Laun zeigt nach rechts, „und von dort“ – die Hand geht nach links – „Kürbis, Erdbeeren, Gemüse.“ Mit vielen der Bauern verbindet die Launs längst eine tiefe Freundschaft, deren elementarer Bestandteil das kompromisslose Bekenntnis zu sauber produzierten Lebensmitteln ist. „Die Landlust versteht sich als Bindeglied zwischen Mensch und Natur mit Achtsamkeit, Respekt vor dem Produkt und dem Produzenten, Liebe und Leidenschaft bei der Verarbeitung“, so Ulrike Laun, die in diesem Jahr in den Rang einer Genuss-Botschafterin des Landes Brandenburg erhoben wurde.

Landlust Körzin: traditionelle und neue Köstlichkeiten in gemütlicher Atmosphäre - Foto: Landlust Körzin
Landlust Körzin: traditionelle und neue Köstlichkeiten in gemütlicher Atmosphäre – Foto: Landlust Körzin

„Willkommen im Schlaraffenland Brandenburg“

Das Jahresthema „Ein reich gedeckter Tisch – Willkommen im Schlaraffenland Brandenburg!“ rief der Agrarmarketingverband pro agro ins Leben. Er möchte damit Unternehmen, Traditionen und die lebendige Kultur des ländlichen Raumes stärken, die Vielfalt der Angebote, Produkte und die Menschen dahinter zeigen. Die Leitidee: handwerklich erzeugte Produkte, veredelt von regionaler Gastronomie und präsentiert mit brandenburgischer Gastfreundschaft. Gleich drei Brandenburger Spitzenköche füllen als „Genuss-Botschafter“ die Idee „Regionalität“ mit Leben. Was ist für Ulrike Laun Genuss? „Wenn alles passt – vom Produkt über die Zubereitung bis zur Atmosphäre.“ Und schon hat die Audienz ein Ende, denn Frau Botschafterin muss in die Küche – die Gerichte der neuen Karte brauchen ihre Zeit.

In unserer Herbstausgabe stellen wir den Genuss-Botschafter Matthias Kleber, Chefkoch des Resorts Mark Brandenburg in Neuruppin und Teamleiter der deutschen Nationalmannschaft der Köche, vor. Und im Winter sind wir zu Gast bei Ralf Weißmann, Inhaber des Hotels und Gasthofs „Zur Linde“ in Wildenbruch.

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