Pücklers Wassermusik

Die Porzellanterrasse mit dem Städtebrunnen während der Wiederherstellungsarbeiten - Fotos: SPSG / Leo Seidel

Es rauscht, sprudelt, fließt und plätschert: nach fast 100 Jahren sind die Wasserspiele im Potsdamer Park Babelsberg wieder am netz. Spaziergänger erleben nun die Brunnen, Fontänen und Bachläufe vor dem Sommerschloss des einstigen deutschen Kaiserpaars in neuer Vielfalt und ganzer Schönheit.

Wegebauarbeiten im Pleasureground am Schloss Babelsberg
Wegebauarbeiten im Pleasureground am Schloss
Babelsberg

So zeigt sich nun die seit 1990 zur UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ gehörende ehemalige Sommerresidenz Wilhelms I. wieder ganz in der kaiserzeitlichen Pracht der Ära zwischen 1870 und 1890. Nach Abschluss der – Fassade und Dach umfassenden – Hüllensanierung des Schlosses Babelsberg im Jahr 2015 sind nun auch die fünf das Haus umgebenden Terrassen mit ihren Brunnen, Setzstufen und Stützmauern aus Naturstein fertiggestellt. Auf unterschiedlichen Ebenen angelegt und von den Innenräumen aus erreichbar, verbinden die Terrassen das Schloss mit dem von Hermann Fürst von Pückler-Muskau gestalteten Pleasureground. Dem Gartenkünstler wird die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) 2017 die Ausstellung „Pückler. Babelsberg“ widmen. Die Schau wird in den noch nicht restaurierten Schlossinnenräumen und im Park das Wirken des „grünen Fürsten“ in Babelsberg und am preußischen Hof thematisieren. Zur Ausstattung des Parks gehören zahlreiche Brunnen und Fontänen, Seen und Teiche, Bachläufe und Wasserfälle. Nach dem Ende der Monarchie 1918 liefen nur noch wenige Anlagen bis in die 1930er-Jahre, die meisten waren jedoch stillgelegt worden. Im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms (Masterplan) wurden rund 10 Kilometer des insgesamt ca. 20 Kilometer langen gusseisernen Leitungsnetzes saniert, das von 2016 an wieder die Wasserspiele speisen und der Bewässerung des Parks dienen wird. Die Gesamtkosten des als „Komplexerschließung Park Babelsberg“ bezeichneten Projekts beliefen sich auf 5,9 Millionen Euro."

Der ab 1833 angelegte Park Babelsberg ist ein herausragendes Gartenkunstwerk, das mit Peter Joseph Lenné und Hermann Fürst von Pückler-Muskau gleich zwei bedeutende Gartenkünstler geschaffen haben. Ein ca. 20 Kilometer langes Wegenetz in dem 124 Hektar großen Landschaftspark bietet ein vielfältiges Sichten-Programm. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Park durch seine Lage an der innerdeutschen Grenze zwischen 1961 und 1989 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Seit 1990 konnte die SPSG die durch den Bau der Grenzanlagen zerstörten Parkareale und -bauten wiederherstellen und die am Schloss gelegenen Zweckbauten aus der Nachkriegszeit zurückbauen.

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