Unsichere Zeiten

Terror – Andrea Thelemann (Staatsanwältin) und Florian Schmidtke (Verteidiger) - Fotos: HL Böhme

In der neuen Spielzeit zeigt das Hans Otto Theater in 22 Neuproduktionen Geschichten über Heimat, Flucht und Ankunft. Gesellschaftliche Wandlungsprozesse werden in einer großen Bandbreite thematisiert.

Es sind unsichere Zeiten, in denen wir leben. Gesellschaftliche und technologische Umbrüche werfen Fragen auf, auf die jeder Einzelne neue Antworten finden muss. Es sind immer wiederkehrende elementare Fragen zu den Grundsätzen menschlichen Handelns, vor denen alle Generationen und Gesellschaften vor uns standen. Für die neue Spielzeit hat das Potsdamer Hans Otto Theater vor allem Geschichten von heute lebenden Autoren ausgesucht. Die Geschichten erzählen von scheinbar glücklichen Paaren, deren Fassade zerbricht („Geächtet“ von Ayad Akhtar), von einem Bundeswehrpiloten, der in einer Ausnahmesituation eine schwere Entscheidung trifft („Terror“ von Ferdinand von Schirach) oder von einem Unternehmer, der auf Vertrauen und Ehrlichkeit baut, jedoch in einen mafiösen Sumpf aus Korruption und schmutzigen Geschäften hineingerät („Familiengeschäfte“ von Alan Ayckbourn)."

Die Wiedervereinigung der beiden Koreas
Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

Die Protagonisten der Stücke müssen Antworten auf viele Fragen finden:

Kann ein Menschenleben für ein anderes geopfert werden? Kann man einem mafiösen System etwas entgegensetzen oder muss man Teil dessen werden, um es zu bekämpfen? Wie viel Vertrauen in das gesellschaftliche System kann der Einzelne noch haben, wenn es sich fundamental wandelt?

Die Antworten sind komplex, nie einfach. „Theater ist die Widerspiegelung von sozialen Widersprüchen, in die uns gegensätzliche Interessen von Menschen führen. Die Unmittelbarkeit des Spiels berührt und erschüttert. Theater setzt Energie frei, wenn es dem Schönen und dem Schrecken eine Form gibt. Es stellt in einer erzählten Geschichte unser Dasein in einen Sinnzusammenhang – und so ringt es um den Glauben an die Gestaltbarkeit des Lebens und regt uns dazu an, Bilder einer kommenden Zeit zu entwerfen“, erläutert Tobias Wellemeyer, Intendant des Theaters. Besonders gespannt dürfen die Zuschauer auf die Inszenierung des Lessing-Klassikers „Nathan der Weise“ sein. Die Themen Humanismus und Toleranz sind aktueller denn je, besonders die Fragestellungen der Ringparabel im dritten Aufzug des Dramas.

Neben den Premieren steht auch ein Repertoire von 21 weiteren Stücken auf dem Programm, die ebenfalls Mut machen wollen, das Heute zu gestalten.

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