Rote Nasen, schöne Kleider und viel Prominenz

Fotos: Annett Ullrich, Mike Auerbach

35.000 Euro spendeten die 600 Gäste des Brandenburgballs am 21. Januar im Dorint Sanssouci Potsdam für Eckart von Hirschhausens Stiftung „Humor hilft Heilen“. Es war eine Nacht mit Glamour, Glanz und guter Laune.

Dabei war es ein Veranstaltungs-Höhepunkte- Wochenende in der Landeshauptstadt, in der das Museum Barberini eröffnet wurde und „Unterwegs im Licht“ zum Bummeln und zu einem vielfältigen Eventprogramm einlud. Die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Medien und Gesellschaft, die sich für eine Ballnacht entschieden hatten, schritten gut gelaunt über den blauen Teppich im Foyer des Dorint, das zum dritten Mal Gastgeber des Brandenburg Balls war. Für Bettina Schütt, seit Sommer 2016 Regionaldirektorin Region Ost und Chefin des Hauses an der Jägerallee, war es eine Premiere. „Diese Veranstaltung ist eine ganz besondere, denn wir bereiten vielen prominenten Gästen einen unvergesslichen Abend“, so Bettina Schütt, die sich für diesen Abend Verstärkung aus den Partnerhäusern in Halle, Weimar und Dresden geholt hatte. „Sie kennen unsere Standards“, lobt die Holländerin, die sich in Potsdam mit dem vielen Wasser ringsum sehr wohl fühlt. Bereits im Februar 2016 begann der Küchenchef des Hauses mit den kulinarischen Vorbereitungen der Ballnacht. „Wir haben – wo immer es möglich war – regionale Produkte verarbeitet, so Rindfleisch aus dem Landkreis Oberhavel, Käse aus Kremmen, Gemüse aus Eberswalde“, berichtet Matthias Sellin, für den Koch schon immer der Wunschberuf war."

Auf dem blauen Teppich

Herzlich begrüßten Beate Fernengel, Präsidentin der IHK Potsdam, und Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Dr. Mario Tobias die Gäste auf dem blauen Teppich. Besonders intensiv war das Blitzlichtgewitter des Abends bei den prominenten Gästen, darunter die Präsidentin des Landtages des Landes Brandenburg Britta Stark, der Minister der Finanzen Christian Görke, die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Diana Golze, der Minister für Wirtschaft und Energie Albrecht Gerber sowie die Schauspielerinnen Andrea Kathrin Loewig und Franziska Troegner, den Schauspieler Wolfgang Bahro sowie Top-Model Franziska Knuppe und Moderatorin Victoria Herrmann. Olympia-Kanute Sebastian Brendel kam aus seiner Heimatstadt Schwedt nach Potsdam. Unter den Gästen BER-Flughafenchef Karsten Mühlenfeld, IT-Unternehmer und Golden-Tulip-Organisator Stephan Goericke, Manfred Voit, Vorsitzender des ADAC Berlin-Brandenburg, und Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg. Ball-Ehrengast Dr. Eckart von Hirschhausen sorgte dafür, dass Damen in glitzernder Robe und Herren im Smoking leuchtend rote Nasen trugen und tief ins Portemonnaie griffen.

Brandenburg: drittstärkstes Wirtschaftswachstum

Beate Fernengel und der Schirmherr des Brandenburg Balls Dietmar Woidke begrüßten gemeinsam die Gäste im ausverkauften Ballsaal. Der Ministerpräsident verwies auf die guten Wirtschaftszahlen des Landes, das nach schwierigem Start dank der Tatkraft seiner Bürger nun das Bundesland mit dem drittstärksten Wirtschaftswachstum sei – ein Grund zur Freude, auch „wenn wir Brandenburger uns eher nach innen freuen“. Durch das Programm führte gut gelaunt TV-Star Inka Bause, die zum Start in die Tanzrunden die aus der TV-Show „Let’s Dance“ bekannte Tänzerin Isabel Edvardsson mit Partner Ivo Lodesani aufs Parkett bat. Das Paar eröffnete den Tanz mit einem Wiener Walzer und einem anschließenden Slowfox. Inka Bause ermunterte Schauspielerin Andrea Kathrin Löwig und Moderatorin Victoria Herrmann sich mit einer Losbox unter die Gäste zu mischen, um die Spendensumme des Abends weiter in die Höhe zu treiben. Erfolgreich.

„Humor hilft Heilen“

Die Geschichte des Balls ist von Beginn an eng verbunden mit einer Tombola, deren Erlöse Gutes bewirkt. Prominente wie Henry Maske, Katharina Witt, Iris Berben, Peter Maffay, Frank- Walter Steinmeier, Inka Bause, Verena Pooth und im letzten Jahr Til Schweiger waren Gäste des Balls und sammelten Geld für den guten Zweck. Viele der Ballgäste freuten sich an diesem Abend über Eckart von Hirschhausen, der nicht nur ein gefragter Gesprächspartner des Abends war, sondern die gute und Spendenlaune in die Höhe trieb. Erstmals fand eine sogenannte Stille Auktion statt, bei der geheime Gebote für erlesene Sammler- und Designerstücke – darunter ein original signiertes Trikot der Fußball-Nationalmannschaft, eine handsignierte Autobiografie von Nelson Mandela und eine Autogrammkarte mit der Unterschrift von Romy Schneider – abgegeben werden konnten. Auch der Hauptmusikact des Abends, Vintage Vegas und Isabel Edvardsson, unterstützten die stille Auktion mit Konzertkarten samt Meet & Greet und Hotelübernachtung bzw. einer privaten Tanzstunde.

All das brachte die Rekordspendensumme von 35.000 Euro ein, 10.000 Euro mehr als 2016. Das Geld bleibt im Land und kommt Projekten zugute, „wo es bisher nicht viel zu lachen gibt“, so Eckart von Hirschhausen. „Bei neurologisch erkrankten Kindern, in der Pflege und bei der Ausbildung der nächsten Generation von Ärzten und Pflegekräften.“ Dank roter Nasen dürfen sich Kinder- und Jugendklinik des Klinikums Westbrandenburg in Potsdam sowie das sozialpädiatrische Zentrum und die Kinderklinik der Ruppiner Kliniken freuen. Beide Einrichtungen sind Kliniken der neuen Medizinischen Hochschule Brandenburg.

Natürlich nutzte der prominente Gast auch die Chance, für sein Anliegen zu werben, schließlich hilft nach Ansicht des Mediziners und Kabarettisten Humor heilen. Wer lacht und entspannt ist, kann mit Schmerzen und Stress einfach besser umgehen. Das gelte für Patienten und das Klinik-Personal. Sein Tipp: „Legen Sie sich eine rote Nase ins Handschuhfach Ihres Autos. Sie ist ein emotionaler Airbag. Sie sollten die Nase griffbereit haben, wenn Sie wieder einmal im Stau stehen, setzen Sie die Nase auf. Anfänger schauen nach rechts und nach links. Aber Profis schauen mit der Nase stur geradeaus und stellen sich nur vor, wie blöd die anderen gucken. Probieren Sie es aus. Es funktioniert tatsächlich.“

Gala, Glamour, Glitzer

Für Frank Kleber, der mit seinen handgefertigten Uhren der Zeit eine ansprechende Form gibt, war es der achte Brandenburg Ball. Sein Fazit: „In diesen Jahren ist der Brandenburgball glamouröser geworden. Das sieht man am Eindrucksvollsten an den Kleidern der Damen.“ Einer, der mit seiner Arbeit dafür sorgt, ist der Designer Marco Mercu, der sein Atelier im Holländischen Viertel hat. Wie viele Damen an diesem Abend Marco Mercu trugen? „Es sind über zehn“, freut sich der sympathische Frauen-Anzieher, der den Damen die Robe maßgenau auf den Leib schneidert. „Jede Frau ist anders, deshalb ist auch jedes Kleid anders“, sagt er philosophisch und bekennt, dass er sich die „Ladys sehr genau anschaut“, was seine Frau ganz normal findet. Auffallend viele Brandenburgerinnen entschieden sich in dieser Ballnacht für eine sehr feminine Abendmode: glamourös, sexy, mit raffinierten Details wie Stickereien, Pailletten oder Perlenapplikationen. Viel Schwarz – die Farbe ist eben ein Alleskönner der Ballmode. Und was eigentlich geht gar nicht? „Kurze Kleider gehören nicht auf einen Ball“, weiß Marco Mercu, der in seinem silber-glänzenden Smoking mit zartem Pfauenmuster selbst zum Hingucker wurde.

Ballgeflüster

Marco Mercu, der vom Main an die Havel kam, plauderte dann auch mal kurz aus dem Nähkästchen und erzählte, dass er einst beim Frankfurter Opernball zum Frauen-Retter wurde, indem er den Reißverschluss an der Abendrobe einer Dame reparierte. Wo und wie? „Ich hatte eben Nadel und Faden dabei“, erinnert er sich. Tanzen stellt eben ganz besondere Anforderungen an Kleider. Aufs Tanzen freute sich Jana Strohbach, Centermanagerin der Bahnhofspassagen Potsdam, die zum dritten Mal Gast des Brandenburg Balls war. „Ich habe früher Latein und Standard getanzt und freue mich über jeden, der Spaß auf dem Tanzparkett hat“, so Jana Strohbach. Dorette König, Geschäftsführerin des ADAC Berlin-Brandenburg, gestand, dass sie erst vor Kurzem gemeinsam mit Ehemann Sebastian einen Crash-Tanzkurs besucht hat, um besonders beim Walzer eine gute Figur zu machen. Gerald Rynkowski, Geschäftsführer der Veinland GmbH aus Neuseddin, berichtete, dass er auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurückblickt. Seine Pläne für 2017? „Vor allem gesund bleiben, dann schaffen wir noch viel mehr“, formulierte er mit einem Lächeln. Grund genug für seine Frau, die Potsdamer Rechtanwältin Christiane Lindner, ihn zum Tanzen zu ermuntern. Gesagt, getan. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber verneinte Tanzambitionen entschieden und freute sich vielmehr auf gute Gespräche jenseits von Konferenz- und Meetingatmosphäre. Schauspielerin Franziska Troegner verriet, dass sie mitten in den Proben für „Das Original“ am Kleinen Theater im Berliner Südwestkorso steckte. Das Stück erzählt von der Barfrau Maude, die überzeugt ist, dass sie ein Werk von Jackson Pollock besitzt. „Das ist wie eine Krimigeschichte, die hinterfragt, was echt und authentisch ist“, so die Schauspielerin.

Brandenburger Köpfe

Echt und authentisch waren die Plastiken von berühmten Brandenburgern, die markant im Foyer des Dorint platziert waren. Mit Friedrich II., Karl Friedrich Schinkel, Peter Joseph Lenné, Manfred Stolpe und Regine Hildebrandt weckten die Initiatoren und Betreiber der Website Brandenburger Köpfe Interesse und Aufmerksamkeit für diese sympathische Brandenburg-Werbung. Brandenburger Köpfe sind Leute, die jeder in Deutschland kennt, kennen könnte oder ob ihrer Lebensleistung kennen sollte und deren Lebenswege in Brandenburg begannen, endeten oder die märkische Geschichte über lang oder kurz querten. Die Gäste des Balls hatten die Möglichkeit, ihr persönliches Statement zu Brandenburg aufzuschreiben. Das Ergebnis: Liebesund andere Erklärungen.

Es wurde eine lange Potsdamer Nacht. Kurz vor Mitternacht schlug die Stunde der Glücksfee, denn die Gewinner der Tombola wurden gezogen. Hauptgewinn: eine Silversea Luxus-Mittelmeerkreuzfahrt für zwei Personen im Wert von 10.000 Euro. Getanzt wurde bis zum frühen Morgen. Das Programm bot zwischen den Bands Night Support & Friends und Livehouseband, Vintage Vegas und der Sängerin Ivy Quainoo, einst Voice of Germany, viele Klangfarben. Abwechslung war auch Gestaltungsprinzip im Foyer, das mit Sekt- und Cocktailbar, Beauty- und Zigarrenlounge zu Flanier-Stopps einlud.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*