Alte Ölmühle – touristischer Leuchtturm der Region Prignitz

Fotos: Alte Ölmühle Wittenberge

Sanfte Hügel, weite Felder und Wiesen und dazwischen Waldgebiete, als wären sie wegen des Kontrasts in die Landschaft gesetzt – die Elbauen der Prignitz verbreiten geradezu verschwenderisch erholsame Ruhe. Gelegen im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, bietet das Refugium seinen Besuchern inmitten der Kulturlandschaft Entspannung mit der Gewissheit, viel zu entdecken.

Ein großartiger Ausgangspunkt für Entdeckungen ist das Hotel Alte Ölmühle direkt am Elberadweg im Vierländereck Niedersachsen, Sachsen-Anhalt (Altmark), Mecklenburg und Nordwest-Brandenburg. Das denkmalgeschützte Ensemble in Wittenberge wurde behutsam saniert und ist heute ein Paradebeispiel für sinnvoll neu erfundene historische Industriekultur mit Charme und Potenzial. Jüngst kamen im ehemaligen Saatenspeicher weitere 30 Hotelzimmer dazu. Zusammen mit einem im Jahr 2011 auf dem Areal eröffneten Hotel mit 31 Zimmern stehen den Gästen jetzt 124 Betten in 61 Zimmern und Apartments zur Verfügung. Die neuen 30 Gästezimmer befinden sich auf der 2. und 3. Etage des ehemaligen Saatenspeichers. Beim Umbau gingen die Langes behutsam vor. „Das Ambiente entsteht, weil wir die mächtigen Holzbalken und themenbezogenen Wandmalereien mit einbezogen haben“, sagten Lutz und Jan Lange, geschäftsführende Gesellschafter der Firma Genesis, der die Alte Ölmühle gehört. Durch die Anordnung der Bäder unterscheiden sich die Zimmergrößen. Außer einem Frühstücksraum stehen den Gästen in den Etagen Aufenthaltsräume mit Spielmöglichkeiten, eine Bibliothek und eine kleine Bar zur Verfügung. Im Obergeschoss und auf dem Dach entsteht eine Sauna- und Wellnesslandschaft im Spa-Stil. Die Langes versprechen sich vom Außenbecken auf dem Dach einen atemberaubenden Blick auf die Elbtalaue. Noch dieses Jahr soll der Bereich eröffnet werden. Dafür ist eine Investition von 2,5 Millionen Euro nötig. Spätestens im Herbst dises Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

„Wir brauchen in der Stadt neue Übernachtungskapazitäten“, wissen die Langes. Das neue Hotel über dem bestehenden Brauhaus und dem großen Saal wurde während einer Bauzeit von sechs Monaten und einer Investition von 3,1 Millionen Euro um- und ausgebaut. Insgesamt wurden hier 13 Millionen investiert.

Mit Blick auf die wachsende Zahl der Touristen in der Elbestadt wurde von Beginn an der Tagungsbereich in das neue Konzept einbezogen. Die erste Etage des dreistöckigen Komplexes ist für diesen Gästekreis reserviert. „Damit stellen wir sicher, dass der Betrieb hier ungestört von den anderen Veranstaltungen im Haus abläuft“, so die Langes. Während der größte Tagungsraum für 150 Personen ausgelegt ist, stehen 20 bis 40 Teilnehmern zwei Bereiche zur Verfügung. Für kleinere Sitzungen mit bis zu acht Personen gibt es drei weitere Räume. Mit den bereits bestehenden Räumlichkeiten können Tagungen für bis zu 250 Teilnehmern durchgeführt werden.

Seit 2008, als mit dem Umbau der Ölmühle begonnen wurde, gilt für Lutz Lange das Prinzip, Investitionen erst in den Bereichen vorzunehmen, von denen man sich einen Rücklauf der Mittel verspricht. Das Geschäft am Gast hat der 53-Jährige seinem Sohn Jan übergeben. „Wir nehmen Erweiterungen erst dann in Angriff, wenn sie finanziell vorstellbar sind“. So wurde über die Jahre hinweg zuerst ein Festsaal und Restaurant, ein Brauhaus mit einem jährlichen Ausstoß von 400 Hektorlitern Herzbräu-Bier, eine Hotelanlage, ein Indoor-Kletterturm und der einzige gewerbliche Tauchturm zwischen Berlin und Nordsee in die Anlage integriert. Neben Ehefrau Ines Lange, die das Hotel leitet, der Schwiegertochter sind auch die Eltern von Lutz Lange (81 und 82 Jahre alt) im Unternehmen tätig. „Trotz unserer Größe sind wir immer noch ein Familienbetrieb.“ Mittlerweile haben Langes 64 Mitarbeiter, zwölf Arbeitsplätze kamen durch das neue Haus dazu. „Tendenz steigend, denn wir stocken auch im Wellnessbereich auf“. Mit einer Auslastung von 85 Prozent im bestehenden Hotel in den Monaten zwischen Ostern und September übersteigt die Ölmühle den Landesdurchschnitt um das Doppelte. Die Jahresauslastung liegt bei insgesamt 70 Prozent.

Die Ölmühle ist ein touristischer Leuchtturm in der landschaftlich reizvollen region Region Prignitz. „Das Haus ist etwas Besonderes, das es gilt mit Ruhe und strategischer Weitsicht konstant in die Zukunft zu entwickeln“, sagt Lutz Lange. Im Herbst 2014 wurde die Alte Ölmühle für die Bewahrung und Entwicklung des Industriedenkmals mit dem Landes- Denkmalpreis geehrt. In diesem Jahr erhielt die „Alte Ölmühle“ den Tourismuspreis des Landes Brandenburg, laut Fachjury: „Die gelungene Verbindung von historischer Industriekultur mit dem Naturraum Elbe macht das Angebot der Alten Ölmühle zum Botschafter für die touristische Marke Brandenburg.“

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