Bernau: Wir sind UNESCO!

Foto: EBERLE & EISFELD im Auftrag der Handwerkskammer Berlin

Vom überdachten und lichtdurchfluteten Glasgang wandert der Blick ins Grüne. Inmitten eines Bernauer Kiefernwaldes steht ein beeindruckendes Zeugnis der Bauhaus-Architektur. Seit Juli gehört die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) zum UNESCO-Welterbe.

Exakter gesagt, wurde die bereits seit 1996 bestehende Welterbestätte „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau“ um das Bauhaus-Denkmal Bundesschule Bernau erweitert. „Das ist der lang ersehnte Lohn der Tüchtigen. Seit mehr als 25 Jahren engagieren sich viele Menschen aus der Region für die Rekonstruktion und den Erhalt des Bauhaus- Denkmals Bundesschule Bernau“, freute sich der Bürgermeister André Stahl und rechnet mit deutlich mehr Besuchern in seiner Stadt. Damit die „Bauhaus- Kultur mit all ihren Facetten abseits von Dessau“ auch in Bernau erlebbar ist, soll bis zum 100. Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019 ein Besucherzentrum als zentrale Anlaufstelle entstehen. Zugleich werden die Außenanlagen der frisch gekürten Welterbestätte umgestaltet."

Von 1928 bis 1930 schufen der Bauhausdirektor Hannes Meyer, der Leiter der Bauhaus-Architekturwerkstatt Hans Wittwer sowie Studierende des Dessauer Bauhauses im Auftrag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) einen einzigartigen Schul- und Internatskomplex. Das funktionale Schulgebäude diente nicht nur der Wissensvermittlung, sondern vereinte gemeinsames Lernen und Leben mit Sportund Kulturangeboten. Die Bundesschule steht bis heute als ein Beispiel für eine gegliederte bauliche Anlage, die frei und einfühlsam in den naturbelassenen Landschaftsraum komponiert wurde. Das Ensemble hat eine wechselvolle Geschichte. Seit zehn Jahren dient es im Auftrag der Handwerkskammer Berlin als Seminar- und Lehrgangshotel. „Auch zukünftig wird der Meyer-Wittwer-Bau für Bildungszwecke genutzt. Die Bildungsstätte bleibt damit dem Bauhaus- Grundgedanken verbunden, dass nur das Handwerk, nicht aber die Kunst lehrbar ist“, so Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin. Im baukünstlerischen Erbe der klassischen Moderne fühlte sich auch die Internationale Sommerschule, zu der sich im August Teilnehmer aus aller Welt im UNESCO Weltkulturerbe trafen, zu Hause. Gemeinsam mit elf renommierten internationalen Künstlern, Designern, Architekten und Kuratoren wurden in einwöchigen Kursen die Schnittmengen zwischen Kreativität, handwerklicher Kompetenz und künstlerischer Freiheit erforscht.

Führungen im UNESCO-Welterbe: Das Bauhaus-Denkmal Bundesschule ist kein öffentlich zugängliches Gebäude. Besichtigungen der Innenräume sind deshalb in der Regel nur im Rahmen von Führungen möglich, buchbar über den Verein Baudenkmal Bundesschule Bernau.

Die nächsten öffentlichen Führungen, vorrangig für Einzelbesucher (Anmeldung nicht erforderlich): 15. Oktober; 5. und 19. November 2017. Gruppenführungen auf Anfrage telefonisch unter: 03338 / 767875 oder via E-Mail: verein@bauhaus-denkmal-bernau.de

UNESCO-Welterbestätten in Brandenburg sind bereits die „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“, die russische Kolonie Alexandrowka, das Biosphärenreservat Spreewald, das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

 

www.bauhaus-denkmal-bernau.de

 

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