SUVs weiter auf dem Vormarsch

Über Sinn oder Unsinn lässt sich vortrefflich streiten – so auch beim Thema SUV. Allem zum Trotz, der SUV-Trend scheint weiter keine Grenzen zu kennen und die Hersteller warten mit vielen neuen Modellen auf. An die 60 neue oder überarbeitete Modelle gehen in diesem Jahr an den Start. Die Palette reicht vom Mini-SUV für die Stadt bis hin zu sündhaft teuren Luxus-Schlitten.

Der Trend geht so weit, dass sogar Dacia mit dem Duster seit 2010 einen SUV im Programm hat. Somit gibt es auch für den schmalen Geldbeutel ein Statussymbol, welches die Rumänen nun noch einmal überarbeitet haben. Sowohl technisch als auch optisch wurde der seit Januar ab 11.490 Euro zu habende SUV verändert. Gerade im Innenraum hat sich einiges getan. Insgesamt strahlt der Duster dadurch mehr Wohlfühlkomfort aus. Auch äußerlich ist die zweite Generation durchaus ansprechend geworden. So hebt sich der schicke Kühlergrill positiv vom Vorgänger ab. Der niedrige Einstiegspreis ist typisch für die rumänische Renault-Tochter. Die Serienausstattung ist da eher mager, vieles kostet dann doch einen Aufpreis. Topmodell ist die 125 PS starke Benzinversion, für die mit Allrad-Antrieb ein Startpreis von knapp 18.150 Euro in der Prestige-Linie aufgerufen wird. Hier sind 17-Zoll-Leichtmetallräder, eine manuelle Klimaanlage und eine Rückfahrkamera in der Serienausstattung enthalten. Extras wie Ledersitze, Toter- Winkel-Warner, Klimaautomatik oder beheizbare Vordersitze treiben den Endpreis auf knapp unter 20.000 Euro nach oben. Preislich können da wenige Hersteller mithalten. Die Rumänen bleiben der Billigheimer und pflegen dieses Image weiter."

Ganz andere Kunden hat Audi im Blick. Die Ingolstädter werfen 2018 gleich mehrere SUV-Modelle auf den Markt. Flaggschiff wird zukünftig der Q8 sein. Die Ingolstädter stellten das neue Spitzenmodell auf der Detroit Motor Show vergangenen Jahres bereits als Concept-Studie vor. Der Q8 soll nach dem Willen von Audi zu den SUV-Coupés von BMW und Mercedes in der Oberklasse aufschließen. Hier fehlte Audi ein entsprechendes Modell, nachdem bei den Premiumfahrzeugen bei dem Q7 Schluss war. Mit dem Q7 teilt sich der Q8 die Plattform und verfügt über ähnliche Abmessungen. Allerdings ist der knapp über fünf Meter lange Q8 nur als Viersitzer erhältlich. Zudem ist der Q7 dank einer abgesenkten C-Säule deutlich flacher. Die Frontpartie wirkt fast so, als wäre der Q8 direkt aus einem Science-Fiction Film entsprungen. Rein optisch ist das Design Geschmackssache, weiß aber durchaus zu überzeugen. Das Interieur ist Audi-typisch hochwertig und entstammt zum größten Teil dem A8. Ein weiteres Plus – der Platz. Selbst auf den hinteren Plätzen bietet das Coupé ausreichend Kopffreiheit. In den Kofferraum passen 605 Liter, bei umgelegten Rücksitzen gar 1.755 Liter. Große Auswahlmöglichkeiten gibt es derzeit noch nicht. Bisher bietet Audi das Coupé nur als Q8 50 TDI quattro tiptronic an. Mit dem 286 PS starken 3-Liter-TDI-Triebwerk schafft der Q8 den Sprint von 0 auf 100 in 6,6 Sekunden. Bei 245 km/h ist Schluss. Der Grundpreis beträgt 76.300 Euro. Dafür bekommt man einiges geboten, auch wenn es noch eine lange Aufpreisliste gibt. Ab 3.250 Euro sind etwa 22-Zoll-Räder verfügbar.

Während Audi ein neues Topmodell nachlegt, hat die innerbayrische Konkurrenz ihre Modellpalette nach unten erweitert. Seit diesem Jahr steht der BMW X2 bei den Händlern, der die Lücke zwischen X1 und X3 schließen soll. Mit dem X1 teilt sich der nun kleinste SUV der Münchener die Plattform. Betrachtet man das Äußere, war es das auch schon mit den Ähnlichkeiten. Der X2 strahlt im Gegensatz zu seinem braven Markenbruder Sportlichkeit aus. Insgesamt wirkt das Design weitaus harmonischer als beim X1. Schön ist vor allem, dank abfallender Dachlinie, das Heck des X2 geworden. Was optisch passt, sorgt dagegen im Fonds für eingezogene Köpfe. Ansonsten erinnert das Interieur an den X1. Zu überzeugen weiß der 470 Liter große Kofferraum, der sich auf 1.355 Liter erweitern lässt. Genau wie Audi kann auch BMW mit vielen optionalen Extras aufwarten. So kostet das M Sport Paket noch einmal 6.400 Euro extra. Preislich startet der X2 bei knapp über 34.000 Euro. Dafür bekommt man den 140 PS starken sDrive18i. Etwas über 2.000 Euro Aufpreis kostet das Einstiegsmodell mit dem Steptronic-Doppelkupplungs-Getriebe. Noch einmal 52 Pferdestärken mehr hat der sDrive20i unter der Haube. Neben den Benziner-Varianten gibt es derzeit noch zwei Diesel-Motorisierungen. Der xDrive20d leistet als Topmodell 190 PS, kostet gegenüber dem Benziner aber noch einmal über 4.000 Euro mehr.

In den letzten Jahren geht es bei Alfa Romeo dank neuer Modelle aufwärts. Die können vor allem mit ihrem Design überzeugen und machen einen Alfa endlich wieder zu einem echten Hingucker. Mit dem Stelvio stellten die Mailänder 2017 bereits ihren formschönen SUV vor. In diesem Jahr legt Alfa Romeo noch eine neue Top-Variante nach, die mit reichlich Pferdestärken der deutschen Konkurrenz Paroli bieten kann. Der Stelvio Quadrifoglio, wie sich das neue 510 PS starke Sportmodell nennt, ist zu Preisen ab 89.000 Euro bei den Händlern verfügbar. Damit ist der 4,7 Meter lange Offroader 48.000 Euro teurer als die Basisversion. Der 2,9-Liter-V6-Biturbo verfügt über eine 8-Stufen-Automatik. 20-Zoll-Leichtmetallfelgen verhelfen dem Allradler zu einem standesgemäßen Auftritt. Hochwertig zeigt sich das Interieur. Wer mag, kann die standardmäßig in schwarz gehaltene Leder/Alcantara-Mischung noch einmal aufpeppen. Für 1.000 Euro bekommt das Innere einen rot-schwarzen Farbtouch, der sich im Italienischen als Nero/Rosso noch einmal stilvoller anhört. Dazu gibt es noch einige weitere Extras, die den Endpreis gehörig nach oben treiben können. Als Beispiel sei die 7.500 Euro schwere Kohlefaser-Keramik- Bremsscheibe von Brembo aufgeführt. Die mag angesichts der Topspeed-Werte durchaus angebracht sein, hängt der Quadrifoglio die zumindest serienmäßig auf 250 km/h begrenzte Konkurrenz deutlich ab. Bis Tempo 283 soll es in dem SUV nach vorne gehen.

von Patrick Holzer

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