Drei Bundessieger

Viola Bertelli Motta (Bildmitte) mit den Geigenbauern Laura Cristina Guijarro Rodríguez (links) und Carlos Pineda (rechts) in ihrem Praktikumsbetrieb in Cordoba - Foto: privat

Geigenbauerin Viola Bertelli Motta, Modistin Ella Hanisch und Büchsenmacher Ricardo Schwarz sind alle drei frisch gebackene Gesellinnen und Gesellen und Landessieger beim Leistungswettbewerb der Handwerksjugend. Denn als solche vertraten sie ihr Gewerk bei den Bundeswettbewerben und überzeugten mit ihren Leistungen.

Viola Bertelli Motta, die ihre Ausbildung bei Geigenbauer Valentin Oelmüller in Potsdam absolvierte, erklomm das Siegertreppchen als beste deutsche Geigenbauergesellin. Modistin Ella Hanisch, die ihr Handwerk bei Kristin Müller im „maliné Das Potsdamer Hutatelier“ erlernte, freut sich genauso wie Büchsenmacher Ricardo Schwarz, der bei Büchsenmachermeister Fritz Engel in Neuruppin lernte, über einen dritten Platz im jeweiligen Gewerk. Viola, die im Juli 2019 auslernte, entstammt einer musischen Familie. Ihre Mutter ist Musikerin, Viola selbst spielte viele Jahre Geige. Die Italienerin studierte zunächst in ihrem Heimatland Philosophie. Nach dem Studium führte sie ihr Weg nach Heidelberg. Hier hörte sie erstmalig von der dualen Ausbildung in Deutschland. Auf der Suche nach einem Geigenbaubetrieb mit Schwerpunkt Barockinstrumente kam sie nach Potsdam zu Geigenbauer Valentin Oelmüller. Der Bau der Gambe ist seither ihre Profession. Jetzt, mit ihrem Abschluss in der Tasche, strebt sie nach internationalen Lorbeeren. Dem Barock- und historischen Instrumentenbau will sie dabei treu bleiben."

Atelierchefin Kristin Müller mit ihrer Gesellin Ella Hanisch und den Prüfungsstücken – Foto: Ines Weitermann

Für Modistin Ella Hanisch geht es hingegen nach ihrem Ausbildungsende und ihrem dritten Platz beim Bundeswettbewerb im Potsdamer Hutatelier beruflich weiter. Ihre Chefin Kristin Müller hat sie nach der Ausbildung übernommen und freut sich, dass sie ihr Können ins Unternehmen weiterhin mit einbringt.

Ihre herausragende Gesellenprüfung führte zur Teilnahme am Bundeswettbewerb. Drei verschiedene Stücke galt es anzufertigen: ein Filzhut als Pflichtmodell und zwei Kürmodelle in Gestalt eines Exotenstrohmodells und eines Elbseglers. Im Ergebnis floss viel Florales und Spitze in die Verarbeitungen und Garnituren der anzufertigenden Hüte ein. „Entstanden ist eine wunderschöne kleine Kollektion, die aktuell auch unser Schaufenster schmückt“, lobt die Inhaberin des Potsdamer Hutateliers ihre Gesellin. Die einstige Gymnasiastin entschied sich nach der 10. Klasse für den Weg des Fachabiturs für Kunst und Gestaltung, denn bereits damals war klar, dass sie etwas mit ihren Händen gestalten wollte.

Die Modistenmeisterin Kristin Müller erinnert sich noch gut an die umfangreiche Bewerbungsmappe der damals 19-Jährigen, die sich von Sachsen aus in Potsdam bewarb. „Wir hatten in dem Jahr eine Menge Bewerbungen, Ellas kam als letzte an, und es passte perfekt.“ Potsdam ist seither die neue Heimat der jungen Modistengesellin.

Auch der Drittplatzierte im Bundeswettbewerb der Büchsenmacher, Ricardo Schwarz, gehört nun zum festen Stamm in seinem ehemaligen Lehrbetrieb bei Büchsenmachermeister Fritz Engel in Neuruppin. Der 20-Jährige liebt das Handwerk und entschied sich schon während der Schule bewusst dafür, diesen Weg einzuschlagen. „Ohne ihn würden wir die Arbeit gar nicht mehr schaffen. Ricardo hat eine super Einstellung zur Arbeit, sein Interesse und die Liebe zum Handwerk ermöglichen den Kunden, dass sie einen kompetenten Berater an ihrer Seite wissen“, lobt sein Chef.

Bereits seit 1951 kämpfen Absolventen einer handwerklichen Berufsausbildung jährlich um den Bundessieg in ihrem Gewerk.

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