Herzen, Kürbis und eine Sinfonie

Sie standen an diesem Abend für die Brandenburger Kochfamilie: Uwe Oppitz vom Finsterwalder Brauhaus, Ralf Achilles vom Restaurant Schönblick in Woltersdorf, Gernot Schmidt vom Landesfischereiverband Brandenburg-Berlin und Bernd Norkeweit, einer der Mitinitiatoren der Kochfamilie (v.l.n.r.) - Fotos: Brigitte Menge

Rinderherzen von der Weidelandfarm am Riebener See bei Beelitz, Kürbis vom Spargelhof Elsholz, Gemüse vom Gut Schmerwitz bei Wiesenburg … Brandenburg hatte aufgetischt und offerierte am Abend des 13. November beim pro agro Genussabend in der Landesvertretung Brandenburgs gutes Essen, Vielfalt und konsequente Regionalität.

Es war bereits das vierte derartige Netzwerktreffen, das Vertreter der Ernährungswirtschaft und des Tourismus, Journalisten und Multiplikatoren zusammenbringt, um zu zeigen, was die Brandenburger Ernährungswirtschaft, die Direktvermarktung und der Landtourismus alles können. Erstmals am Start war die Brandenburger Kochfamilie, die im Sommer dieses Jahres den vielseitigen und schmackhaften Beweis antrat, dass Karpfen und Bier aus Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien beste Zutaten sind, neue, zeitgemäße Gerichte auf die Teller zu bringen. Ein Beispiel dafür zeigten die engagierten Familienmitglieder an diesem Abend. Geräucherter Karpfen statt Lachshäppchen, dazu Bier aus Finsterwalde. "

Markus Schulze vom Restaurant „lokal genial“ in Beelitz

„Es geht viel mehr Regionalität, als mancher denkt“, weiß Markus Schulze, dessen Restaurant „lokal genial“ in Beelitz schon verbal auf die Zutaten in der Küche verweist. Der junge Küchenchef und Inhaber kreierte die Vorspeise: Rinderherzen mit Wurzelgemüse in Nudelteigtasche an gegrilltem Dumpling- und Hokkaido-Kürbis und Brot. Das Brot kam von der Bäckerei Exner, die ihren Stammsitz ebenfalls in der Spargelstadt hat. „Regionalität ist ein wichtiges Merkmal, mit dem wir uns von industriell gefertigten Produkten abheben können“, so Tobias Exner, für den regionale Partnerschaften so selbstverständlich sind wie frisch gebackene Brötchen am Morgen. „Beziehungsgeschäft“ statt Geschäftsbeziehung nennt das Ralf Weißmann, Inhaber des Restaurants „Linde“ in Wildenbruch. Als so mancher Regionalität noch gleichsetzte mit provinziell, erdachte er mit einem kleinen, engagierten Netzwerk die „Brandenburger Geniessertouren“, die gutes Essen, Kultur und Natur verbinden. Wie man Erlebnisse schafft, weiß auch Jens Beiler vom Wohnstubenrestaurant Zickengang in Golzow: „Bei uns vereinen sich experimentierfreudige, regionale Küche und selbstgebrautes Bier mit einem Kulturprogramm – für den ländlichen Brandenburger Raum selten. Das Ambiente spiegelt ein kleines Museum wider und lässt in familiärer Atmosphäre den Alltag für einen Moment verschwinden.“ Und nach Golzower Rehragout mit Piros-Radieschensalat und Bohnenknödel war es dann Zeit für eine süße „Symphonie der Sinne“, die Konditormeister René Klinkmüller aus dem Spreewald servierte.

Der Abend warf auch schon einen Blick ins kommende Jahr. Am 3. Oktober 2020 wird Potsdam Gastgeber der zentralen Feier zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit sein. Die Planung dafür hat bereits begonnen. Ein wichtiger Bestandteil: Essen aus Brandenburg.

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